Eberhard Bitter
Portfolio – Gemälde 'Bereit' von Eberhard Bitter
'Bereit' · 130 x 130 cm

„Trotz postmodern multipler Identitäten bleibt das menschliche Leben von grundsätzlichen Zweiheiten bestimmt, ist unser Wesen in ewige Bipolaritäten eingespannt, etwa zwischen Hell und Dunkel, Chaos und Ordnung, Männlich und Weiblich, Leben und Tod. Ein solcherart geprägter Blick erkennt in Bitters Diptychen die motivische Ausdifferenzierung der zweipoligen Spannung, worin die spezifische Wirkung der großformatigen Arbeiten begründet ist.
Wir sehen menschliche Posen, Gesten, Körperhaltungen, dargestellt in den Gegensatzpaaren offen/geschlossen, einsam/gemeinschaftlich, euphorisch/depressiv, gekrümmt/gestreckt, sich umschlingend/sich meidend, tanzend/kauernd.

… Es ist diese ständige Pendelbewegung unseres Blickes, welche die Bildteile miteinander kommunizieren lässt und welche in dieser Kommunikation sehenden Auges die Widersprüche und Gegensätze zwar nicht auflöst oder einschmilzt, sondern als sich gegenseitig bedingende Wesenszüge erkennen lässt. Nicht das Entweder-Oder liegt in den Bildern Eberhard Bitters, sondern das Sowohl-Als auch: sowohl die Umarmung als auch die Trennung, sowohl die offenen als auch die verschränkten Arme, sowohl das einsame Kauern als auch der ausgelassene Tanz.“ Dr. Hermann Ühlein

Zum Portfolio trägt auch Gunter Schmidt mit seinem Einführungstext bei:

„… Die Farbschichten durchdringen einander und verschmelzen zu farbverwandten Zonen, aber sie stoßen auch aneinander und bilden abgegrenzte Segmente. Diese werden gelegentlich betont durch zusätzliche Linienakzente, die der Künstler mit schmalem Pinsel in die Grenzzonen hinein haut oder wie bei einer abblätternden Schicht von unten durchscheinen lässt. Insgesamt entsteht eine markante, quasi bildhauerartige Oberflächenbetonung. So ausgedrückt, betrifft das aber nur die ‚technische‘ Seite der Sache.

Symbolisch verstanden, könnte man diese Untergliederungen auch als Spannungslinien verstehen, die aus dem Inneren der Figuren kommen … sowas wie seelische Kraftlinien von ambivalenter Energie. In Verbindung mit der Mimik entstehen sehr sprechende Gesichter, selbst wenn Mund und Augen der Person geschlossen bleibt. Da drängt in expressiver Weise etwas aus dem Inneren nach außen. Ich will nicht übertreiben mit meiner Interpretationslust, … man ahnt da ist ein gewisser Wunsch nach Befreiung.“

Den vollständigen Text mit Kontaktdaten finden Sie hier …

Portfolio > Texte: Author Gunter Schmidt, Tauberbischofsheim
Gunter Schmidt · Foto: Bernd Stieglmeier